
Die einzige Raumsonde, die alle vier Gasriesen unseres Sonnensystems besucht hat — und heute durch die Dunkelheit zwischen den Sternen reist.
Am 20. August 1977 startete Voyager 2 in ein seltenes Planetenfenster: einer geometrischen Anordnung, die nur alle 175 Jahre vorkommt. Sie nutzte die Schwerkraft jedes Planeten als Katapult zum nächsten.
Was als vierjährige Mission zu Jupiter und Saturn geplant war, dauert nun bereits über vier Jahrzehnte. Die Sonde funkt noch immer — mit einem Sender, schwächer als eine Kühlschrank-Glühbirne.
Voyager 2 hebt mit einer Titan-IIIE/Centaur von Cape Canaveral ab — 16 Tage vor Voyager 1.
Vorbeiflug am Gasriesen: aktive Vulkane auf Io, neue Ringe und detaillierte Sturmstrukturen entdeckt.
Untersuchung der Ringstruktur und Atmosphäre. Gravitationsschwung Richtung Uranus.
Bis heute einziger Nahvorbeiflug. Entdeckung von 10 neuen Monden und einem versetzten Magnetfeld.
Letzte planetare Begegnung. Beobachtung des Großen Dunklen Flecks und der Geysire auf Triton.
Voyager 2 verlässt die Heliosphäre — 119 AE von der Sonne entfernt.
Sendet weiterhin Daten zurück zur Erde. Funkverzögerung: über 19 Stunden pro Strecke.

4,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt enthüllte Voyager 2 einen Planeten mit den schnellsten Winden des Sonnensystems — bis zu 2.100 km/h.
Der Vorbeiflug am Mond Triton zeigte aktive Stickstoff-Geysire. Niemand hatte mit geologischer Aktivität bei minus 235 °C gerechnet.
An Bord befindet sich eine vergoldete Kupferplatte mit 115 Bildern, Grüßen in 55 Sprachen, Naturgeräuschen und 90 Minuten Musik — von Bach bis Chuck Berry.

Live berechnet aus der heliozentrischen Geschwindigkeit von 15,341 km/s. Jede Sekunde entfernt sich die Sonde rund 15 km weiter von der Sonne.
Schematische Darstellung der Grand Tour — Voyager 2 nutzte die Schwerkraft der Gasriesen als Katapult nach außen.
Alle Bilder: NASA / JPL · Public Domain. Musik: Voyager Golden Record (40th Anniversary Edition) · Internet Archive. Texte basieren auf öffentlichen NASA- und JPL-Missionsberichten.